PermaGuinée

Seit 2022 bauen wir auf ca. 30 Hektar die Plantage PermaGuinée auf. Es wird eine Lern-und-Lehr-Plantage auf der wir lernen, angesichts der neuen Herausforderungen des Klimawandels kontinuierlich zu produzieren - Erfahrungen, die wir mit den Bauern aus der Umgebung teilen wollen, die wir in Fortbildungen anbieten werden.


Die Plantage liegt in der Nähe von Kindia, in der Republik Guinea. Wir wollen ein Ausbildungszentrum aufbauen, dass später mal auch Bauern aus den Ländern der Region Anregung und Fortbildung bieten kann.

Tatsächlich wollen wir ein LivingLab, ein lebendiges Labor, werden in dem wir experimentieren wie man so effizient wie möglich und zugleich auf solide Weise eine Agroforstwirschaft mit Viehzucht aufbauen - oder den Übergang von konventioneller Landwirtschaft dorthin bewerkstelligen kann. Angesichts des Klimawandels wollen wir langfristig zudem eine Plantage mit net zero CO2-Emissionen (und eines Tages vielleicht sogar Negativemissionen) werden. Hierfür benötigen wir allerdings wissenschaftliche Begleitung - die wir derzeit suchen.


Ziel ist eine
resiliente und ökologische Agroforstwirtschaft, die an die neuen Herausforderungen durch den Klimawandel angepasst ist und dies mittels einfacher und fein abgestimmter Arbeitstechniken und Maßnahmen, die keinen oder wenig externen Input erfordern. Es ist also eine regenerative Landwirtschaft.
Es geht um die Art und Weise den Boden zu verbessern, die Bewässerung zu organisieren und, ganz generell, das Habitat der Pflanzen und Tiere auf eine Weise zugestalten, die es erlaubt starke und resiliente Pflanzen und Tiere anzubauen und aufzuziehen.

Unsere Arbeit ist vom Ansatz der Permakultur inspiriert - einer Permakultur, wie ich sie auf dem Krameterhof in Österreich gelernt habe https://krameterhof.at/.  Ich habe den Eindruck, dass sie dort, auf diesem Hof, schon lange so arbeiten, wie die FAO uns anregt es zu tun: Die Gesundheit von Mensch, Tier, Pflanze, Boden und Umwelt insgesamt zu berücksichtigen - also an die eine Gesundheit von allem, an ONE HEALTH, zu denken.


Derzeit integrieren wir bei PermaGuinée unseren Gemüseanbau unter den Bäumen unseres Obstanbaus zusammen mit etwas Viehzucht um von den Synergien der drei Bereiche zu profitieren. Mittelfristig wollen wir auch Fischzucht und Imkerei integrieren.

Zu Beginn haben wir vier Felder eingerichtet. Doch für den Moment liegt unser Fokus auf einem Feld, auf dem wir experimentieren, die anderen drei Felder dienen der Produktion und der Rotation der Kulturen oder um dort erst einmal Obstbäume für die Beschattung späterer Kulturen anzupflanzen.

Wir können nur auf manchen Teilen des Tals anbauen. Auf den Hängen zwischen den Feldern oben und dem Tal pflanzen wir den extensiven Teil unseres Obstgartens an.


Rechts befindet sich jener Teil der als Weide für die Rinder und Schafe dient. Inzwischen haben wir auch begonnen, diesen Teil zu bearbeiten - indem wir in den Busch Brandschneisen hineingeschlagen haben, also Teile des Unterholzes zwischen den Bäumen abgeholzt haben. Diese Schneisen dienen als Brandschutz, aber hier können zwischen den Schatten spendenden Bäumen auch wieder Futtergräser nachwachsen, wo vorher das Unterholz dominierte.

Doch zuvor musste vor allem die grand séparation, eine starke Abzäunung, eingerichtet werden, welche die land- bzw. agroforstwirtschaftlichen Flächen von den Weiden der Rinder und Schafe trennt. Eine große Herausforderung, die wir zumindest für den Moment geschafft haben: im Moment können weder die Rinder noch die Schafe zu den Gemüsefeldern durchbrechen.

Des Weiteren fangen wir an, weitere Abzäunungen auf der linken Hälfte der Plantage zu errichten, damit wir sie während der Trockenzeit für die Tiere öffnen können. Es geht vor allem um die Hänge zum Tal runter, einen Teil des Tals, den die Tiere besonders in der heißen Zeit aufgrund des Schattens unter den Bäumen des Buschs und unserer Obstbäume sehr schätzen. Aber auch einige Bereiche der "anderen Seite", wo der Boden für Landwirtschaft zu felsig ist, aber immer noch genug Gräser als Futter wachsen.

Zum einen erlabut uns das also mehr Tiere zu halten, zum anderen reichert ihre Passage diese Teile der Plantage mit ihrem Dung an. Ja, das ist ein Ansatz mit einer sehr langen Perspektive, doch das heißt: JETZT anfangen.